, Alfons Christ

Feuerwehrsenioren im Einsatz für Erinnerung und Völkerverständigung

Kriegsgräbergruppe aus dem Landkreis Biberach arbeitet zwei Wochen auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Pomezia bei Rom

Unsere Feuerwehrsenioren arbeiten erneut auf deutschem Soldatenfriedhof und treten für Völkerverständigung ein

Pomezia, eine italienische Stadt nahe Rom mit einer großen deutschen Kriegs-gräberstätte, war im Juli das Ziel der Kriegsgräbergruppe der Feuerwehrsenioren aus dem Kreis Biberach. Auf ihrem siebten Auslandseinsatz im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge arbeiteten die zehn Feuerwehrangehörigen zwei Wochen lang auf dem Soldatenfriedhof und warben für die Völkerverständigung.

Das Gebiet südlich von Rom war ab Mitte 1943 Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen den Achsenmächten Deutschland – Italien und den Alliierten. Die heftigen Kampfhandlungen, darunter die Schlacht um Monte Cassino, forderten auf beiden Seiten viele Opfer. Auf dem nach dem Krieg errichteten Friedhof in Pomezia ruhen inzwischen über 27.000 deutsche Soldaten, darunter auch fünf der Gruppe bekannte Gefallene aus dem Kreis Biberach. Der Friedhof zählt zu den größten deutschen Kriegsgräberstätten in Italien.

Nach der Anreise mit Fahrzeugen der Feuerwehren Ochsenhausen und Schemmer-berg startete die Gruppe ihre Arbeit vor Ort unter Begleitung des Volksbundes. Die Tätigkeit bei permanenten Temperaturen von über 35 Grad war sehr schweißtreibend. Um der Hitze zu entgehen, wurde der Arbeitsbeginn in die frühen Morgenstunden ver-legt. Die Aufgaben waren umfangreich: Die Senioren schnitten Hecken, Friedhofs-mauern und Steinkreuze frei, reinigten die verunkrauteten Wege und strichen das Empfangsgebäude sowie den Sanitärbereich neu. Zudem wurden Holzbänke, Tische und Abfallbehälter demontiert, entrostet und frisch lackiert. Wie bei früheren Einsätzen stellten die Feuerwehrleute auch eine selbst mitgebrachte Sitzbank mit Gravur auf.

Als willkommene Abwechslung diente das tägliche Schwimmen im Meer. Schnell entstand ein kameradschaftlicher Kontakt zur örtlichen Feuerwehr im Küstenort Torvaianica, der trotz Sprachbarrieren zu einer Führung durch das Gerätehaus, einem regen Gedankenaustausch und zu einem kameradschaftlichen Miteinander führte. Das Wochenende nutzte die Gruppe für Ausflüge, darunter ein Besuch in Subiaco – der Partnerstadt von Ochsenhausen – sowie Besichtigungen des historischen Museums „Piana delle Orme“ und des amerikanischen Soldatenfriedhofs in Nettuno.

Den Abschluss bildete eine feierliche Gedenkfeier mit Vertretern der italienischen Kommunalpolitik und der örtlichen Carabinieri, der Feuerwehr Torvaianica und Gästen aus der Bevölkerung. Nach der Kranzniederlegung erinnerte Hans Fuchs (Feuerwehr Alleshausen) in seiner Gedenkrede am Beispiel eines 19-jährigen Gefallenen aus der Heimat an das junge Lebensalter der Opfer. Er betonte, wie wichtig gute nach-barschaftliche Beziehungen über Grenzen hinweg für den Frieden seien. Da sei die Städtepartnerschaft zwischen Ochsenhausen und Subiaco ein hervorragendes Beispiel. Die Toten dürften nicht in Vergessenheit geraten, da sie uns alle zur Versöhnung mahnen. Fuchs schloss mit den Worten: „Wir Feuerwehrleute sind zwar zum Arbeiten gekommen, wir wollen aber auch ein Zeichen setzen zur Versöhnung über die vielen Gräber hinweg.“

 

 

 

Bild 1: Blick auf den Soldatenfriedhof Pomezia
Bild 2: Schweißtreibende Arbeit auf den endlosen Wegen
Bild 3: Das Unkraut wächst ständig nach
Bild 4: Freischneiden der Steinkreuze
Bild 5: Kilometerlanges Heckenschneiden
Bild 6: Malerarbeiten im Schatten
Bild 7: Besuch bei der Feuerwehr Torvaianica
Bild 8: Renovierung der Sitzbänke
Bild 9: Besuch des amerikanischen Friedhofs in Nettuno
Bild 10: Hans Fuchs (li.) übergibt ein Gastgeschenk an die Vertreter der Carabinieri
Bild 11: Die Gruppe mit Nancy Menegoni und einem Vertreter der Feuerwehr
Torvaianica
Bild 12: Schon Tradition: Die Feuerwehrsenioren stiften eine Sitzbank