Landesfloriansfeier in Rot an der Rot
Gelungener Floriansgottesdienst
Premiere für Bischof: Rettungskorb als Kanzel
Die 13. Floriansfeier, die am 8. Mai im oberschwäbischen Rot an der Rot (Landkreis Biberach) stattfand, wurde für über 600 Feuerwehrangehörige aus Baden-Württemberg und dem bayerischen Umland zu einem bleibenden Erlebnis. Da stimmten schon die äußeren Bedingungen, der Dauerregen machte Pause, die perfekte Organisation sorgte für ein gutes Gelingen und Bischof Dr. Gebhard Fürst erlebte eine Premiere. Die Predigt aus dem Rettungskorb der Drehleiter der Feuerwehr Ochsenhausen verlieh ihm den Leitfaden für seine Ansprache.
„Der Rettungskorb ist ein Symbol dafür, wie wir einander begegnen und füreinander eintreten, einander helfen, den Anderen aus Not retten“, unter diese Prämisse stellte Bischof Dr. Gebhard Fürst seine Predigt an der landesweiten Floriansfeier in der ehemaligen Klosterkirche in Rot an der Rot. Das barocke Gotteshaus, bis auf den letzten Platz gefüllt, bildete eine großartige und würdige Kulisse für die Gedenkfeier zu Ehren des Schutzpatrons der Feuerwehren, des Heiligen Florian. „Für mich ist das heute eine Premiere, und es bewegt mich sehr, aus diesem Rettungskorb zu Ihnen zu predigen, von einem Ort, aus dem für andere Menschen Hilfe und Rettung erfolgt, wenn sie in Not geraten sind“, sagte der Bischof und sprach damit die Vielfältigkeit der Einsatzsituationen der Feuerwehr an. Die Menschen seien eben auch dafür da, einander zu helfen, zu heilen und zu stärken. Und diese Hilfe komme aus unserem Glauben heraus, Gott befähige uns dazu und gebe uns die nötige Kraft, nicht bei uns selbst zu bleiben, sondern mit Leib und Leben bereit zu sein, in die wirkliche Not der Menschen hinein zu gehen. Und in dieser Grundeinstellung bestärken uns gerade unsere christlichen Vorbilder, besonders der heilige Florian die Feuerwehrangehörigen, in den verschiedensten Situationen dem Nächsten Rettung zukommen zu lassen, so Bischof Fürst.
Dass das Bild vom Einsatz für den Nächsten in unserer Gesellschaft nicht mehr all zu groß geschrieben ist, das machte Bischof Fürst deutlich. Umso mehr müsse man den Feuerwehrangehörigen für ihr Engagement dankbar sein. „Heute ist der Tag, an dem es mir Freude bereitet, Ihnen dafür zu danken“, sagte der Bischof und bescheinigte den Anwesenden hohes Lob, hätten sie schon unzähligen Menschen geholfen und vor großer Not, ja vor dem Tod bewahrt, ihr Hab und Gut gerettet. Zu diesem großen Einsatz, der nicht in allen Kulturen gleichermaßen anzutreffen sei, gehören nicht nur Mut, Entschlossenheit und der gute Wille, sondern auch enorme Fähigkeiten und Kenntnisse, führte Bischof Fürst weiter aus.
Mit einem Hinweis auf die schicksalhafte Begegnung und der damit verbundenen Rettung einer Passagierin beim Untergang der Titanic verglich er den Rettungskorb als Symbol dafür, wie wir Menschen einander begegnen und als Christen für einander eintreten, einander helfen, um zu retten.
Vor Beginn des Gottesdienstes versammelten sich die Feuerwehrangehörigen und Ehrengäste in der Ökonomie, einem Teil der ehemaligen Klosteranlage und marschierten dann gemeinsam unter der musikalischen Begleitung der Spielmannszüge aus Laupheim und Ochsenhausen zur Kirche, wo sie von Bischof Dr. Gebhard Fürst, Dekan Sigmund Schänzle, Pfarrer Ambros Tungl und Diakon Rahn empfangen wurden. Klaus Merz, Vorsitzender des KFV Biberach hieß die zahlreichen Besucher, Feuerwehrangehörigen, die über 40 Fahnenabordnungen und die Ehrengäste herzlich willkommen und zeigte sich sehr erfreut über die gute Resonanz. Besonders begrüßte er die Europaabgeordnete Elisabeth Jeggle, die Bundestagsabgeordneten Josef Rief und Martin Gerster, den ehemaligen Abgeordneten Franz Romer, die Bürgermeister aus dem Landkreis, den Landesbranddirektor Hermann Schröder, den Geschäftsführer des LFV Willi Dongus und den ehemaligen Generalinspekteur der Bundeswehr General a.D. Wolfgang Schneiderhan. Klaus Merz stellte den Wahlspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ in den Mittelpunkt seiner Ausführungen und erinnerte daran, dass nicht allein Wissen, Können und Routine bei den Einsätzen maßgeblich seien, sondern auch Glück, Gesundheit und insbesondere der Faktor Mensch. So solle die schon traditionelle Floriansfeier den Glauben und die Gemeinschaft stärken, nicht als Selbstzweck sondern zum Wohl für die Allgemeinheit.
Zur Gabenbereitung brachten Kameraden der Roter Feuerwehr die Elemente, Erde, Wasser und Feuer als Symbole für die Tätigkeit der Feuerwehr vor den Altar, ebenso ein Atemschutzgerät und einen Jugendfeuerwehrhelm. Die Erläuterung dazu präsentierte Feuerwehrseelsorger Torsten Rönisch, der auch des kurz zuvor im Dienst verstorbenen Feuerwehrkameraden Helmut Schreivogel in den Fürbitten gedachte.
Nach dem feierlichen Gottesdienst, der auch von Kameraden der Feuerwehr Rot und dem örtlichen Musikverein mitgestaltet wurde, überreichte Vorsitzender Merz zum Dank und als Erinnerung Bischof Fürst ein Gemälde mit der Klosterkirche. Es wurde von Gaby Widler, der Frau des Roter Kommandanten Karl Widler gemalt.
Vor der Kulisse der versammelten Fahnen, Jugendfeuerwehrwimpel und der Gottesdienstbesucher legte Vorsitzender Merz einen Kranz am Kriegerdenkmal zum Gedenken an die verstorbenen Feuerwehrangehörigen nieder. Das Musikstück vom „Guten Kameraden“ unterstrich die Würde der Zeremonie, die Bischof Fürst mit einem Memento ergänzte.
Im farbenprächtigen Zug durch Rot marschierten die Besucher unter den Klängen der beiden Spielmannszüge zur Festhalle, um die Floriansfeier gemeinschaftlich ausklingen zu lassen. Bürgermeister Robert Balle zeigte sich sehr erfreut ob dieser allseits gelungenen Feier: „Rot an der Rot hat heute ein hervorragendes Bild gezeigt. Der Bürgermeister ist rundum zufrieden“, lobte er die Organisatoren seiner Feuerwehr um Kommandant Karl Widler und besonders auch die gute und effektive Zusammenarbeit mit dem KFV und dem LFV. „Gemeinsame Vorbereitung hat sich hier bestens ausgezahlt“, stellte der Bürgermeister fest.
Landesbranddirektor Hermann Schröder, der auch die Grüße des Präsidenten des LFV Dr. Frank Knödler überbrachte, zollte der Region Oberschwaben großes Lob ob der großartigen Leistung, die bei der Durchführung der landesweiten Floriansfeier erbracht wurde. Schröder wörtlich: „Rot an der Rot kann stolz auf seine Feuerwehr sein“. Er knüpfte an die beeindruckenden Worte von Bischof Fürst an und fügte hinzu, dass oftmals auch der Dank für eine gelungene Rettung zurückkomme, sei es nur das glückliche Gesicht eines Menschen, der in Todesangst war. Der Landesbranddirektor bedankte sich bei Bischof Fürst für die feierliche Gestaltung des Gottesdienstes und überreichte ihm für „den Fall des Falles“ eine Löschdecke. Auch Kommandant Karl Widler und seine Mannschaft ernteten viel Lob von den Vertretern der Feuerwehrverbände für die gelungene Feier zu Ehren des heiligen Florian. Gaby Widler wurde mit einer besonderen Anerkennung ausgezeichnet, hatte sie doch das Bild gemalt, das Bischof Fürst als Gastgeschenk überreicht wurde. Fürwahr ein hervorragend gelungenes Werk, das auch dankbare Anerkennung fand.
Am Ende der Floriansfeier war man sich einig: Die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Rot an der Rot und ihrer Feuerwehr, dem KFV Biberach und dem LFV hat sich bewährt, hat zu einem großartigen Erfolg geführt und das Resultat hat allen Teilnehmern gefallen. Eigentlich nur schade für die, welche nicht teilnehmen konnten.
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Klaus Merz bedankt sich bei Gaby Widler für das Gemälde, das sie für Bischof Fürst anfertigte |
Die über 40 Fahnenabordnungen nehmen Aufstellung |
AC




